Gesundheit

Hautpflege von Babys und Kindern im Winter

Die Haut von Babys und Kindern ist anders aufgebaut, als die Haut Erwachsener. Dementsprechend benötigt sie genau angepasste Pflege. Das ist vor allem im Winter wichtig, wenn die Haut niedrigen Temperaturen ausgesetzt ist. Im folgenden Beitrag erklärt Carolin Leonhardt, wie die richtige Hautpflege von Babys im Winter funktioniert. Carolin Leonhardt ist Pharmazeutisch-technische Assistentin mit einer Zusatzqualifikation in Dermopharmazie. Ihr Mann Knut Leonhardt ist Inhaber der Möven- und Feringaapotheke in Unterföhring.

Kinder- und Erwachsenenhaut: Das sind die Unterschiede

Babyhaut ist nur etwa ein fünftel so dick wie die Haut Erwachsener. Die Zellen der obersten Hautschicht sind weniger dicht. Dadurch vermindert sich die Schutzfunktion. So ist die Haut von Babys und Kleinkindern wesentlich empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen, wie Kälte und aufgetragener Substanzen.

Die gesamten Hautfunktionen werden erst etwa ab dem 4. Lebensjahr voll ausgebildet. Sie produziert weniger Lipide (Fett) und ist dadurch trockener und empfindlicher, als erwachsene Haut. Erst ab dem 12. Lebensjahr entspricht die Haut ungefähr der eines Erwachsenen.

So ist die richtige Pflege aufgebaut

Deshalb sollten bei der Pflege von Baby- und Kinderhaut generell spezielle Produkte verwendet werden. Hier ist die Formulierung auch an die besonderen Hautbedürfnisse der Kleinen angepasst. Idealerweise ist der Lipidanteil richtig abgestimmt, die Feuchtigkeitsfaktoren sind mild und der pH-Wert ist leicht sauer um die Schutzfunktion der Haut zu unterstützen. Denn der Hydrolipidfilm (unsere natürlich Hautschutzbarriere) ist noch nicht vollständig ausgebildet.

Babyhaut: Besondere Herausforderungen im Winter

Sinkt die Außentemperatur, sinkt auch die Hauttemperatur. Die Geschmeidigkeit der Haut verringert sich. Vergleichbar ist das mit Butter. Im Kühlschrank wird sie fest, bei Raumtemperatur ist sie streichbar. Ab Temperaturen unter 8°C produziert unsere Haut weniger Lipide (Fette) und diese werden dickflüssiger. Unter 4°C stellt die Haut die Lipidproduktion ganz ein. Durch die Kälte treten Gefäßlähmungen auf, sichtbar durch eine Rötung der Haut (rote Bäckchen). Aber keine Panik: Diese bilden sich in der Regel vollständig zurück, sobald sich die Hauttemperatur wieder erhöht.

Die richtigen Cremes im Winter

Auf die richtige Hautpflege von Babys im Winter kommt es an. Die Pflege sollte aus Wasser-in-Öl-Emulsionen bestehen. Die meisten Baby- und Kinderpflegeprodukte sind so aufgebaut. Sie hinterlassen auf der Haut einen Fettfilm, der einen Schutzfilm auf der Hautbarriere hinterlässt. Z.B. Little Lino.

Für den Aufenthalt im Freien eigenen sich spezielle Kälteschutzcremes, welche möglichst kein, bzw. nur wenig Wasser enthalten. Dafür enthalten sie viele Lipide und Feuchtigkeitsfaktoren. Letztere binden Wasser in den tiefen Hornschichten und halten so die Haut feucht und geschmeidig. Die Lipidschicht auf der Oberfläche verhindert Verdunstung und das Festfrieren von Wasser auf der Hautoberfläche (aus Nebel, Regen oder Schneeflocken). Geeignete Produkte sind z.B. Avéne Coldcreme oder Weleda Calendula Wind- und Wetterbalsam.

Update der Redaktion: Das Weleda-Produkt hat übrigens im Winter 2021 bei Öko-Test mit dem Gesamturteil Sehr Gut abgeschnitten (Jahrbuch Kinder und Familie Ausgabe 12/2021)


Kein reines Öl verwenden, denn…

Erstens haftet Öl nicht genug an der Haut und zweitens wirkt es wie ein Docht. Es zieht Wasser aus den tieferen Schichten an die Hautoberfläche, wo es schnell verdunstet. Die Folge: Die Haut wird noch trockener.


So bereitet man den Winterspaziergang vor

Je kälter es ist, desto weniger Haut sollte „frei“ bleiben. Das bedeutet, die Haut sollte mit Hilfe von Handschuhen, Mütze, Schal.. bestmöglich mit Stoff geschützt werden. Ein zweiter wichtiger Tipp: Immer mind. 15 Min nach dem Auftragen warten, bevor man mit den Kleinen raus geht. Dann ist die Creme vollständig eingezogen und kann auch richtig wirken.

Baden im Winter

Badet lieber nach, als vor dem Winterspaziergang. Sonst kühlen die Kids schnell aus. Zum regelmäßigen Baden solltet Ihr lieber auf Schaumbäder verzichten, denn die enthaltenen Tenside trocknen die Haut aus. Auch Duft- und Farbstoffzusätze können Allergien auslösen bzw. begünstigen. Bei jeder Reinigung am besten Reinigungsöle oder rückfettende Reinigungsprodukte verwenden. Geeignete Produkte sind z.B. Neuroderm Mandelölbad oder Little Lino.

Wichtig: Nach wirklich jedem Baden die Haut solltet Ihr die Haut eincremen, um ausgewaschene Lipide und Feuchtigkeitsfaktoren zu ersetzen.

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