Familienalltag,  Gesundheit

Kein Plan für Kinder

Eigentlich wollte ich heute einen Zebrakuchen backen und anschließend das Rezept dafür posten. Aber angesichts des morgendlichen Blicks ins RKI-Dashboard blieb mir die Kuchen-Idee quasi im Halse stecken. Die Inzidenz für 5-14-jährige liegt im Landkreis München aktuell bei fast 800. Ich bin völlig fertig darüber, wie wenig über die in dieser Altersgruppe explodierenden Zahlen geredet wird. So wie ich das sehe, begegnet die Politik der Gesundheit unserer Kinder mit völligem Desinteresse. Stattdessen wird viel über die Beweggründe der Impfgegner und über 2G in Diskotheken diskutiert. 

Für Kinder gilt KG

Für Kinder gilt aktuell KG. Komplette Gleichgültigkeit. Masken? Höchstens medizinische. Lollitests an Kitas? Nö. Freiwillige Selbsttests sollen es richten. Dabei müssen immer mehr Einrichtungen in Quarantäne gehen. Die Zahlen sind hochgradig alarmierend. Was steckt hinter diesem konsequenten Ausblenden der Gesundheit einer kompletten Generation? Meine Vermutung: Es sind Gedankengänge wie: „Ja, sie infizieren sich. Aber da sie so gut wie nie auf Intensivstationen und vergleichsweise selten in Krankenhäusern landen, ignorieren wir das Problem einfach.“

Liebe Entscheidungsträger, möchtet Ihr eine komplette Durchseuchung zwecks Herdenimmunität an Schulen und Kitas? Sollen sich alle 5 bis 14-jährigen mit COVID 19 infizieren? Im Ernst, ich bin stinkwütend! In der letzten Woche habe ich dem Sekretariat der Schule meiner beiden Großen gemailt. Ich wollte wissen, ob geimpfte Kinder nicht auch einfach alle 3 Tage getestet werden können. Der Rektor antwortete mir mit einem Verweis auf die Vorgaben des Bayerischen Kultusministeriums. Hier heißt es: …“Der Testnachweis entfällt bei vollständig geimpften und bei genesenen Personen….“ Ich verblieb mit dem Rektor so, dass meine Kinder ausnahmsweise mit getestet werden dürfen – obwohl sie geimpft sind. Das erhöht die Sicherheit natürlich enorm, wenn 2 von etwa 100 geimpften Kindern an einer Schule mit insgesamt rund 600 Kindern… 

Es wird wieder gelüftet

Immerhin hat mir der Rektor geantwortet. Und immerhin macht er sich Gedanken. An der Grundschule meines Zweitjüngsten funktionierten die Luftfilter eine Zeit lang nicht. Wir Eltern erfuhren davon nur zufällig. Mein Kind wollte morgens plötzlich eine Decke mitnehmen – wegen der ständig offenen Fenster im Klassenraum. Information an die Eltern? Fehlanzeige!

Ich möchte in diesen Zeiten nicht Lehrer:in oder Erzieher:in sein. Bestimmt hat man es als solche nicht leicht mit Eltern wie mir, die ständig ankommen und Abläufe hinterfragen und auf Informationen bestehen. Andererseits: Mir bleibt nichts anderes übrig. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass die Entscheidungsträger durch die Corona-Krise manövrieren. Weil sie es nämlich einfach nicht tun!

Schulschließungen? Alle Jahre wieder

Von der Landesregierung hörte man ebenso wie von der Bundesregierung im Sommer häufig Äußerungen zu Schulschließungen. Auf keinen Fall werde es weitere geben, hieß es. Ein Winter wie der letzte werde sich nicht wiederholen. Doch! Er wiederholt sich! Er wird sogar noch schlimmer als im vergangenen Jahr. Und solange es für Kinder keinen Plan gibt, werden noch viel mehr Klassen und Kitagruppen in Quarantäne gehen müssen. Womit wir dann letztlich doch wieder bei Schulschließungen wären.

Ich bin ratlos, fassungslos und maßlos enttäuscht. Der Mental Load ist gigantisch. Unsere Kinder und wir als Familien werden gerade auf ganzer Linie hängen gelassen. Auch Resilienz hilft an dem Punkt, an dem wir inzwischen sind, nicht mehr viel. Das einzige, was wir jetzt tun können, ist, den ganzen Quatsch nicht zu schlucken sondern stattdessen laut und unbequem werden. Das versuche ich mit diesem Beitrag. 

Mutter von Vieren und brennt als solche für Familienthemen, schreibt gern, arbeitet im Online-Marketing, ist Multitasking-geübt, mag Sci-Fi, hasst Rosenkohl, ist beim FamilienHaus Unterföhring e.V. für den Bereich Presse zuständig, aufgewachsen in Nordhessen, beheimatet im schönen Unterföhring in Bayern.

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