Familienalltag

Homeoffice mit krankem Kind – 5 Überlebenstipps

Hand aufs Herz, wer kennt das nicht? Das Kind hat schon wieder Schnupfen und kann deshalb zum 10. Mal in diesem Herbst nicht in die Kita oder in die Grundschule. Wenn man sowieso häufig von zu Hause aus arbeitet, bedeutet dieses Szenario häufig „Homeoffice mit krankem Kind“. Verzagt nicht, denn hier kommen 5 spitzenmäßige Überlebenstipps für solche Tage:

  1. Vorher mental auf Arbeiten unter erschwerten Bedingungen vorbereiten. Wenn man sich schon um 8 Uhr geistig darauf einstellt hat, dass man heute sowieso nur das Nötigste schafft, sieht die Welt gleich ganz anders aus.
  2. Im Meeting erwähnen, dass man heute einen kranken Co-Worker daheim hat. Dann sind die Kollegen und der Chef schonmal vorgewarnt, wenn gleich jemand ins Mikro niest. Noch besser: Kamera an und das Kind ins Meeting winken oder im Hintergrund „Bla, bla, bla“ rufen lassen. Positiver Nebeneffekt: Jetzt kennt es jeder.
  3. In Sachen Medienkonsum „Fünfe gerade sein“ lassen und der kleinen Schnupfennase nicht nur Folge 1 von „Feuerwehrmann Sam“ erlauben, sondern gleich die ganze Staffel.
  4. Die Kamera ausmachen und vom Smartphone aus ins Meeting einwählen. So könnt ihr nebenbei Fieber messen, Tee zubereiten, Hühnersuppe kochen, Feuerwehrmann Sam bei Sky auswählen…
  5. Am Abend, wenn das kranke Kind schläft, noch eine Stunde dranhängen. Schlaf ist zwar auch wichtig, aber man kann schließlich nicht alles haben.

Und jetzt mal ganz im Ernst und aus häufig gemachter, eigener Erfahrung: Homeoffice mit krankem Kind ist eine einzige anstrengende Hängepartie. Ein Tag zwischendurch ist machbar, mehrere Tage dagegen kaum zu bewältigen. 

Wenn nervlicher Overload droht, gilt deshalb: Kinderkrankentage nehmen! Das ist unbedingt notwendig wenn

a. Ihr am Ende Eurer Kräfte seid

b. Euer Kind intensivere Pflege braucht.

c. Ihr das „Ende Eurer Kräfte“ gar nicht erst erreichen wollt 

Ich erlebe um mich herum selbst immer wieder, dass gerade wir Mütter uns sehr damit zurückhalten, Kinderkrankentage in Anspruch zu nehmen. Dabei wurde ihre Zahl 2021 von 20 auf 30 Tage erhöht. Je Kind und Elternteil! Dank Sonderregelung ist auch der (nicht seltene) Fall „Kind in Quarantäne“ mit abgedeckt. 

Homeoffice ist aufgrund der Pandemie in vielen Firmen das neue „Normal“. Der Spagat, den Familien mit Kindern damit leisten, kann gar nicht oft genug betont werden. Ich kann, auch wenn ich zu Hause bin, nicht gleichzeitig durch eine Präsentation führen und nebenbei Wadenwickel machen! Häufig greifen wir Eltern deshalb zu Notlösungen: Zum Beispiel werden weit entfernt lebende Großeltern zur Pflege herbeigerufen oder Urlaubstage genommen, wenn das Kind im Homeoffice gepflegt werden muss. Ich neige zu Wochenend- und Nachtarbeit. Und was steckt hinter alledem? Natürlich die Angst um den Job! 

Der Knackpunkt dabei: Im Grunde sind sämtliche Notlösungen ein Schuss nach hinten. Wenn wir Eltern das nämlich alle so machen, denken unsere Arbeitgeber am Ende noch, Homeoffice mit krankem Kind sei überhaupt kein Problem. Deshalb mein eindringlicher Appell: Holt Eure Arbeitgeber*innen mit ins Boot. Macht das Problem zum Thema und sprecht darüber. Auch Personaler*innen und Chef*innen haben Kinder und kennen das Dilemma. Und ehrlich gesagt, Corona macht es notwendig, dass man aufsteht und den Mund aufmacht. Wenn wir nämlich warten, bis Wirtschaft und Gesellschaft aktiv werden und hier nachjustieren, sind unsere Kinder längst erwachsen.

Mutter von Vieren und brennt als solche für Familienthemen, schreibt gern, arbeitet im Online-Marketing, ist Multitasking-geübt, mag Sci-Fi, hasst Rosenkohl, ist beim FamilienHaus Unterföhring e.V. für den Bereich Presse zuständig, aufgewachsen in Nordhessen, beheimatet im schönen Unterföhring in Bayern.

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