Familienalltag,  Gesundheit

Live aus der Corona-Isolation

Nach 2,5 Jahren Pandemie hat es uns nun auch erwischt: Wir haben Corona. Alle 6. Zuerst hustete der Kleinste, dann der Zweitjüngste und schließlich wurden auch mein Mann und ich krank. Die beiden Großen versuchten wir noch von uns anderen und den Viren fernzuhalten: Leider vergeblich. 

Unser „leichter Verlauf“

Was soll ich sagen: Wenn das der leichte Verlauf war, möchte ich den schweren bitte nie kennenlernen! Wir sind allesamt 3-fach geimpft, hatten (und haben) aber dennoch ein buntes Potpourri an Symptomen. Klassisches Erkältungsgedöns, Übelkeit, Geschmacksverlust, erhöhte Temperatur, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche, Fieber, Kreislaufprobleme und Kopfweh. Die Kinder sind vergleichsweise gut durchgekommen, uns Eltern hat es stärker erwischt. Wir verbrachten ein paar Tage im Bett. Zum Glück zeitversetzt. Inzwischen husten wir nur noch, während wir allmorgendlich die Symptomtagebücher fürs Gesundheitsamt ausfüllen. 

Irgendwie war der ganze Scheiß ja vorhersehbar. Kurz bevor bei uns die Positiv-Meldungen in der Corona-Warn-App aufploppten, fiel in Bayern die FFP-2-Maskenpflicht. Wer im Supermarkt noch Maske trägt, wird angesehen, als käme er vom Mond. In den Schulen und Kitas wird nicht mehr getestet. Stattdessen stehen Feste und Sommer-Events auf dem Programm. Und das alles, während in Deutschland Omicron BA.5 dominiert, eine Variante, die noch ansteckender ist, als ihre Vorgänger. 

Test-Odyssee

Corona ist voll ins Abseits gerückt. Am Wochenende einen PCR-Test machen zu lassen, für den man nicht zum A.d.W. fahren muss, erweist sich im nördlichen Landkreis München als unmöglich. Das hatte für mich zur Konsequenz, dass ich meinen PCR-Test erst zwei Tage nach Symptomstart machen lassen konnte. Am Wochenende fiebernd bis nach Haar fahren? Ne. Sorry. Geht leider nicht. Letztlich schleppte ich mich dann montags zum Hausarzt meines Vertrauens.


Tipp: Wer wie ich vor der schwierigen Frage steht, wo zur Hölle auf die Schnelle ein PCR-Test zu machen ist: Hier gibt es Antworten

Landkreis München: Testung (landkreis-muenchen.de)


Eigenverantwortlichkeit? Hahaha!

Politisch wurde beschlossen, dass die Pandemie jetzt vorbei ist. Zumindest ist sie kein großes Thema mehr. Die Leute können sich ja nicht gleichzeitig um ihre Gasrechnung UND um ihre Gesundheit sorgen, so das Kalkül. 

Die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen soll es jetzt also richten. Ich lach mich kaputt. Das ist völlig unrealistisch und weltfremd. Als Beispiel bemühe ich Erfahrungen meiner Kinder: In ihren Schulen trägt kaum ein Kind mehr Maske. Obwohl das ausdrücklich empfohlen wird. Wer das Ding trägt, ist sofort ein Außenseiter oder wird zumindest von den Mitschülern darauf angesprochen. 

Unwort Basisschutz

Ach ja, wo wir gerade beim Thema Schulen sind: Wie sich das Infektionsgeschehen dank „Basisschutz“ dort entwickelt, ist unbekannt. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen:

Corona – Das Virus feiert mit – Landkreis München – SZ.de (sueddeutsche.de)

Ich glaube, ich reiche „Basisschutz“ demnächst mal als Vorschlag für das Unwort des Jahres ein. Auch bitter an unserer Corona-Infektion: Meine Tochter verpasst den Aufenthalt im Schullandheim, auf den sie sich seit langem gefreut hatte. Ich verstehe sie. Andererseits verreist da nicht nur eine Klasse sondern insgesamt 200 Kinder + Lehrkräfte, die sich Busse, Hotelzimmer und Co teilen. Das Testen vor der Abfahrt wird lediglich empfohlen. Mehr ist rechtlich nicht drin (Stichwort Basisschutz 🤪).

Wäre ich ein Corona-Virus, würde ich mir jetzt genüsslich über die Lippen lecken, die Serviette um den Hals legen und Messer und Gabel ergreifen. Es ist angerichtet. 

Mutter von Vieren und brennt als solche für Familienthemen, schreibt gern, arbeitet im Online-Marketing, ist Multitasking-geübt, mag Sci-Fi, hasst Rosenkohl, ist beim FamilienHaus Unterföhring e.V. für den Bereich Presse zuständig, aufgewachsen in Nordhessen, beheimatet im schönen Unterföhring in Bayern.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.