Familienalltag

Weshalb sich eine Trageberatung lohnt

Am Anfang steht der Vorsatz, sein Baby zu tragen. Doch wie geht es dann weiter? Trägt man in einer Trage oder in einem Tuch? Wie findet man das passende Tragesystem und welche Fragen sollte man sich vorab stellen? Wir sprechen darüber im Interview mit der Unterföhringer Constanze Wedding, die selbst Trageberatung anbietet.

Ciao Cacao: Es gibt unzählige Babytragen, Tücher und Mischformen aus beidem. Wie trifft man als Mama oder Papa da eine Auswahl?

C. Wedding: Das ist tatsächlich gar nicht einfach. Einfach „irgendeine“ Trage zu kaufen, geht häufig schief. Deshalb lohnt sich in jedem Fall eine Trageberatung. Dort wird beispielsweise geklärt, wie alt das Baby ist, ob nur ein Elternteil oder auch mal der andere trägt wie die Statur der Tragenden ist und ob Binden eines Tuchs gewünscht ist oder man eher zu einer sogenannten Fullbuckle, also einer vorgeformten Trage tendiert.  

Ciao Cacao: Und so eine Beratung kann nicht einfach die Hebamme übernehmen, die nach der Geburt in der Regel sowieso ins Haus kommt?

C. Wedding: Hebammenwissen ist naturgemäß extrem breit gefächert. Die Nachsorgehebamme kann natürlich ein oder zwei einfache Bindeweisen zeigen bzw. auf den Nutzen einer Trage aufmerksam machen. Für alle Fragen, die darüber hinausgehen und um tatsächlich eine Trage bzw. ein Tuch zu finden, dass auf alle Beteiligten zugeschnitten ist, ist eine Trageberatung richtig und wichtig. Trageberater sind genau für diesen Bereich ausgebildet.

Ciao Cacao: Wie läuft denn so ein Beratungstermin in der Praxis ab?

C. Wedding: Bei mir sieht das folgendermaßen aus. Der Erstkontakt erfolgt meist per Mail. Häufig ist die Mutter da noch schwanger. Wir treffen bei diesem Termin eine Vorauswahl. Das hat den großen Vorteil, dass der zweite Termin, bei der die Mama ja meist schon im Wochenbett ist, dann weniger lang dauert. Manche Eltern haben schon sehr konkrete Vorstellungen, andere gar nicht. Ein Treffen kann bei mir oder bei den Eltern erfolgen. Aktuell natürlich unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften. Ich habe dann mehrere Tragesysteme dabei und schaue, in welche Richtung es geht. Die Wahl trifft letztlich das Tragepaar gemeinsam.


Constanze Wedding ist Mutter einer 2-jährigen Tochter und als zertifizierte Trageberaterin in Unterföhring im Landkreis München tätig. Auf ihrer Homepage bietet sie verschiedene Kurse an.

Ciao Cacao: Und das heißt?

C: Wedding: Das sich sowohl das Baby als auch die Mama oder der Papa oder wer sonst noch trägt mit der Trage oder dem Tuch wohl fühlen müssen.

Ciao Cacao: Wie war das bei Dir als Mutter? Hast Du Dich schon vor der Geburt Deines Kindes mit dem Thema Tragen beschäftigt?

C: Wedding: Nein. Das war eine Entscheidung meiner Tochter. Sie wollte ganz einfach nur getragen werden. Ich hatte mir vor der Geburt meines Kindes vorgestellt, nur gelegentlich zu tragen. Das hat meine Tochter jedoch anders gesehen.

Ciao Cacao: Hast Du selbst eine Lieblingstrage?

C. Wedding: Ich trage selbst mit mehreren Systemen. Wenn es schnell gehen muss, verwende ich eine Fullbuckle. Auf langen Spaziergängen eher eine Wrap-Conversion, also ein Mix aus Tragehilfe und Tuch. 

Mutter von Vieren und brennt als solche für Familienthemen, schreibt gern, arbeitet im Online-Marketing, ist Multitasking-geübt, mag Sci-Fi, hasst Rosenkohl, ist beim FamilienHaus Unterföhring e.V. ehrenamtlich engagiert, aufgewachsen in Nordhessen, beheimatet im schönen Unterföhring in Bayern.

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