energiesparen im haushalt
Familienalltag

Energiesparen im Haushalt – So können Familien ihre Kosten reduzieren

Durch die Recherchen zu Julias Beitrag vergangene Woche zum Thema Kosten zum Anfang des Schuljahres sind bei uns viele neue Ideen und Themengebiete aufgetaucht. Familien müssen in diesem Jahr nicht nur für Schulmaterialien mehr Geld berappen – auch für nahezu alles andere sind die Ausgaben massiv angestiegen. Die Corona-Pandemie und der Krieg Russlands gegen die Ukraine haben umfassende Auswirkungen und gravierende Folgen auch für uns. Die Preise sind in unzähligen Bereichen in die Höhe geschossen – viele Familien machen sich Sorgen: Wie lange können wir all das finanziell noch stemmen? Der Winter naht und damit auch die Befürchtung einer Heiz- und Stromkosteneskalation. In diesem Beitrag geht es deshalb um das wichtige Thema Energiesparen im Haushalt. Dafür habe ich mir auch meinen eigenen Energieverbrauch näher angeschaut.

Im beruflichen Kontext durfte ich vergangene Woche einen Vortrag der Verbraucherzentrale Bayern zum Thema Energiesparen besuchen. Das haben wir zum Anlass genommen, das Thema Energiesparen im (Familien-)Haushalt nochmals genauer zu beleuchten und Euch einige Tipps an die Hand zu geben.

Einsparmöglichkeiten bei Heizwärme/Warmwasser

Eines vorneweg: Wirklich jeder Haushalt hat Einsparpotential. Das heißt, durch kleine Veränderungen könnt auch Ihr etwas tun, damit mehr im Familiengeldbeutel zurückbleibt und nebenbei auch das Klima profitiert.

Einsparpotential Heizwärme

Jedes Grad, um das Ihr Eure Temperatur in der Wohnung runterdreht spart ca. 6% Energie ein. Hier könnt Ihr also wirklich an der Optimierungsschraube drehen und Geld sparen. Wichtig ist, man sollte auf keinen Fall Dauerlüften, sondern auf Stoßlüften setzen. Ein entscheidendes Learning für mich dabei war: Unter Dauerlüften versteht man unter anderem auch, wenn das Schlafzimmer-Fenster ständig auf Kipp-Stellung steht (so wie bei uns beispielsweise). Also unbedingt nur Stoßlüften und das Fenster anschließend wieder schließen – maximal fünf Minuten. Sonst wird dauerhaft die Wärme durch das gekippte Fenster abgezogen und Ihr heizt buchstäblich zum Fenster raus. Unbedingt beachten: die Türen zu weniger beheizten Räumen (bei uns auch das Schlafzimmer) immer geschlossen halten, so dass hier keine Wärme verlorengeht.

„Heizen ist das permanente Ausgleichen von Baumängeln!“

Das ist ein Zitat aus dem Vortrag der Verbraucherzentrale. Das bedeutet daher auch, dass undichte Außentüren, Dachluken und sonstige Wärmeräuber die Durchzug verursachen könnten ausfindig gemacht werden sollten und im Zweifel mit Dichtungen (die es für ein paar Euro im Baumarkt gibt) nachgerüstet und dicht gemacht werden müssen. So könnt Ihr unkontrollierte Lüftungsverluste verhindern. Türschlitze die Durchzug verursachen könnt ihr mit Türvorlagen abdichten.

Fehler beim Heizen

Ja, beim Heizen kann man auch Fehler machen, die richtig teuer werden können. Wenn Ihr beispielsweise ein Sofa, einen großen Sessel etc. vor Euren Heizkörpern stehen habt, dann heizt Ihr mehr als Ihr eigentlich benötigt. Sofa und Co also mit ein wenig Abstand zur Heizung rücken. Gleiches gilt für Vorhangschals. Diese sollten einen Heizkörper nicht bedecken. Und einer der großen Heizfehler den man machen kann: nasse Wäsche auf den Heizkörper legen. Gerade in der kalten Jahreszeit gibt es ja oft den Tipp des nassen Handtuchs auf der Heizung, um die Umgebungsluft anzufeuchten. Macht das nicht – das spürt ihr am Ende im Geldbeutel!

Einsparpotential Warmwasser

Energie lässt sich zudem über die Wassertemperatur beim Duschen sparen. Hier empfiehlt sich die Anschaffung einer Duschsparbrause. Durch diese fließen ca. 9 Liter Wasser pro Minute. Eine Kombination aus Verkürzung der Duschzeit, eine Regulierung der Wassertemperatur nach unten und die Installation einer Sparbrause kann schon einen großen Effekt erzeugen.

💡Tipp: Wieviel Wasser Euer Duschkopf in einer Minute abgibt könnt Ihr mit folgender Maßnahme ganz einfach selbst austesten: Stellt einen Eimer unter Eure Brause und dreht für 6 Sekunden das Wasser voll auf und lasst es in den Eimer laufen. Anschließend messt Ihr ab, welche Menge Wasser sich im Eimer befindet. Das rechnet Ihr dann auf eine Minute hoch. So könnt ihr feststellen, ob ihr eventuell schon eine Sparbrause installiert habt.

Natürlich lässt sich auch Wasser und damit Warmwasser sparen, wenn Ihr statt eines Vollbades öfter mal unter die Dusche springt. Oder Euch im Zweifel auch einfach mit einem Waschlappen wascht. Um das mal in Zahlen zu verdeutlichen: Für ein Vollbad werden im Schnitt 120-150 Liter Wasser benötigt, für eine Fünf-Minuten-Dusche mit der Sparbrause nur 45 Liter.

Und jetzt kommt noch ein ultimativer Geheimtipp zum Energiesparen im Haushalt: Ich habe in meinem Familienumfeld einen Energieberater, den ich nach dem Vortrag nochmals extra um Rat gefragt habe. Dieser gab mir noch einen ganz besonders effektiven Tipp, um Warmwasser einzusparen ohne dabei auf den Komfort einer morgendlichen Dusche 🚿 verzichten zu müssen: Es handelt sich um ein kleines, unscheinbares Ding namens „Durchflussbegrenzer/ Durchflussregulierer“. Diesen gibt es für ein paar Euro im Baumarkt. Er ersetzt die Anschaffung einer Sparbrause. Das Teil schraubt ihr einfach zwischen Eure Armatur und dem Duschschlauch und könnt so richtig viel Wasser einsparen. Tatsächlich bringt die Installation eine Ersparnis von 15%!

Einsparpotential beim Strom

Ein großer Energiefresser ist natürlich unser Stromverbrauch. Hier lässt sich auch ohne großen Verzicht leicht einsparen. Simpel und effektiv ist die Sache mit dem Standby-Modus. Dazu solltet Ihr den Standby-Modus aller elektronischen Geräte die Ihr habt abschalten. Am einfachsten geht das mit einer Steckdosenleiste mit Ein-/Aus-Schalter. So könnt Ihr bequem Fernseher, PC und Co über Nacht wirklich auf AUS schalten. Denn ansonsten frisst dieser Modus weiterhin Strom. Das macht in Summe bis zu 15% Eures Stromverbrauchs aus! Ganz schön viel unnützer Verbrauch finde ich. Das gilt übrigens auch für das Ladegerät des Smartphones, das zwar eingesteckt ist, aber an dem kein Gerät zum Aufladen hängt.

Die Sache mit der Kühlschrank-Temperatur

Eine weitere Möglichkeit, Strom einzusparen, ist die Regulierung der Kühlschrank-Temperatur. Hier habe ich direkt bei mir zu Hause nachgeschaut. Mein Kühlschrank war auf 5 Grad eingestellt. Dabei reichen 7 bis 8 Grad völlig aus und sind für den Kühlschrank optimal. Auch hier ist das Einsparpotential groß. Pro Grad, das man höher stellt, spart man 6% Strom. Also direkt nachschauen und umstellen. Selbiges gilt für den Gefrierschrank, wenn ihr einen habt. -18 Grad sind hier völlig ausreichend.

Fernseher, PC, Laptop und Co

Für Eure elektronischen Geräte gibt es folgende Faustregel. Der PC verbraucht mehr Strom als das Notebook. Das Notebook verbraucht mehr Strom als das Tablet. Das liegt vor allem am Bildschirm. Also überlegt, für was ihr welches Gerät nutzen wollt. Auch so lässt sich Strom einsparen. Ähnliches gilt für den Fernseher. Wenn ihr viel fern schaut, lohnt sich die Aktivierung des Energiesparmodus an Eurem TV-Gerät. Denn der Stromverbrauch hängt mit der Bildschirmgröße zusammen. Dass Fernseher einen Energiesparmodus haben wusste ich bislang nicht. Also reguliert die Helligkeit Eurer Bildschirme und ihr habt somit wieder etwas eingespart.

Licht und Strom

Auch beim Licht lässt sich Strom sparen wenn ihr auf LED-Leuchtmittel setzt. Allerdings muss es nicht zwingend lohnenswert sein, alle Lampen gleichzeitig durch LED-Lampen zu ersetzen, denn diese sind in der Anschaffung auch nicht gerade günstig. Ersetzt einfach nach und nach die Lampen, die bei Euch am meisten in Gebrauch sind und am längsten leuchten. Wir hatten jahrelang einen Deckenfluter im Wohnzimmer stehen. Dieser war wirklich täglich oft Stunden in Betrieb. Unsere Stromrechnung war entsprechend hoch. Vor einigen Jahren haben wir die komplette Lampe gegen einen LED-Deckenfluter ausgetauscht. Unglaublich wie groß unsere gesamte Stromeinsparung damit war.


Hier gibt es noch ein paar regionale + überregionale Serviceadressen für Euch:


Fazit: Energiesparen im Haushalt schont den Geldbeutel und das Klima

Auch ohne Neuanschaffungen könnt ihr also Energie einsparen. Und schont damit nicht nur Eure Haushaltskasse sondern tragt auch zu einem sensiblen Umgang mit unseren Ressourcen bei. Sprecht darüber doch auch mal mit Euren Kindern. Vielleicht kommt ihr ja selbst noch auf Ideen. Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen, wenn ihr noch einen Energiespar-Life-Hack für uns habt, an den wir hier nicht gedacht haben.


Hinweis: Wir planen einen Online-Vortrag zum Thema Energiesparen im Haushalt der Verbraucherzentrale Bayern zusammen mit dem FamilienHaus Unterföhring e.V. Sobald ein Termin feststeht, werden wir Euch an dieser Stelle darüber informieren! Schaut Euch doch so lange auf den Seiten der Energieberatung der Verbraucherzentrale um. Sie bietet verschiedenste Online-Vorträge zum Thema an.

* aka Madame Schärnée * lebt mit Monsieur Schärnée und zwei Töchtern im nördlichen Landkreis München * hoffnungslose Weltverbesserin und bekennende Feministin * hat ein großes Herz für Familien und setzt sich gerne für sie ein * Ungerechtigkeit ist ihr größter Trigger * redet ihr Gegenüber gerne in Grund und Boden und führt endlose Diskussionen über Gleichberechtigung und Politik * glaubt an das Gute im Menschen * Mitgründerin des Familienzentrums FamilienHaus Unterföhring e.V * lernt durch ihr ehrenamtliches Engagement und den Blog viel über sich selbst und das Leben * ihre Lieblingshashtags: #dieHälftevomKuchen und #smashthepatriarchy

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